Burg Neuhaus

Burg Neuhaus-Barrierefreiheit Fehlanzeige (von Barbara Benstem-WN)

Neuhaus.  Erschöpfend, ohne greifbares Ergebnis hatte sich der Rat mit dem Fallersleber Schloss-Aufzug beschäftigt. Auch in Neuhaus gibt’s Barrieren

Zehn Jahre hat sich die Stadt- und auch die Fallersleber Ortspolitik an Diskussionszeit über das Für und Wider eines Aufzuges fürs Fallersleber Schloss gegönnt. Ende bekanntlich offen.

Was ist eigentlich auf der anderen Seite der Stadt, im Osten auf Burg Neuhaus jetzt der Stand in Sachen Barrierefreiheit? Antwort: Immer noch der alte, wie in Fallersleben. Menschen mit körperlichen Einschränkungen, die eventuell auch auf den Rollstuhl angewiesen sind, haben wenig und gar keine Chance in Neuhaus in die Ortsteilsprechstelle, in den Rittersaal und ins Museum zu kommen.

„Die Burg ist als Bürgerzentrum konzipiert und nicht alle können sie erreichen!“

Ein „unakzeptabler Umstand“, an den die Neuhäuserin Christine Fischer jetzt im Rahmen der Fallersleben-Debatte um einen Fahrstuhl fürs Schloss in der Hoffmannstadt erinnerte. „Der Ortsrat Reislingen/Neuhaus hat die Verwaltung immer wieder auf den Missstand hingewiesen“, ärgert sich die CDU-Politikerin, die zum besagten Ortsrat und zudem zum Rat der Stadt zählte. „Ich selbst kann mich gut an meine Anfrage dazu aus dem Jahr 2008 erinnern. Das ist doch ein Armutszeugnis. Zumal unsere Neuhäuser Burg als Bürgerzentrum konzipiert ist.“ Im Gebäudekomplex der Wasserburg finden sich Kindergarten, Museum, Sprechstelle, der Rittersaal und die historische Turnhalle. Die Räume werden vermietet und dienen als Veranstaltungsareale für Sportverein, Herbstmarkt, Ortsratssitzungen und weiteren Anlässen.

Wir haben bei der Stadt nachgefragt, wie die Chancen für Barrierefreiheit in der mittelalterlichen Wasserburg sind. Zusammen mit dem Wolfsburger und dem Fallersleber Schloss bildet sie das Dreigestirn an sehr alten und historisch unumstritten sehr wertvollen Gebäuden in der noch jungen VW-Stadt. Die Neuhäuser Wasserburg wurde 1371 erstmals urkundlich erwähnt.

Stadt sieht Notwendigkeit, verweist aber auf knappe Finanzen

Die Verwaltung antwortet wie folgt zur Frage nach Barrierefreiheit zum Rittersaal, zur Sprechstelle, ins Museum und ohnehin mit Blick auf den Kopfstein gepflasterten steilen Aufgang zur Burg hinauf. „Die Notwendigkeit einer Sanierung der Zuwegung zur Burg Neuhaus inklusive aller geplanten Maßnahmen wie Rampe, Wegbeleuchtung, Innenhofpflasterung wird auch seitens der Verwaltung gesehen“, erklärt Elke Wichmann von der städtischen Kommunikation zunächst für die Verwaltung.

„Wie in Fallersleben ist Barrierefreiheit ein sehr wichtiges Thema“

„Wie auch die Diskussion in Fallersleben aktuell zeigt, ist die barrierefreie Erschließung der kulturellen Gebäude ein sehr wichtiges Thema. Aufgrund der finanziellen Lage der Stadt Wolfsburg sind entsprechende Umbaumaßnahmen an der Burg Neuhaus aktuell aber nicht umsetzbar. Wir werden diese Thematik aber weiter verfolgen und in den kommenden Jahren wieder auf die Agenda setzen.“

Unabhängig davon werde für die Verkehrssicherheit Sorge getragen, so Elke Wichmann. „Schäden an der Kopfsteinpflasterung der Zuwegung wurden bereits in der Vergangenheit regelmäßig behoben und werden auch zukünftig beseitigt.“

Und was heißt dies nun alles? In jedem Fall, dass es erneut die Politik ist, die hier ihre Akzente setzen kann und muss. Auch, als die Haushaltslage noch nicht so angespannt war, ist es allerdings nicht gelungen, zum Fallersleber Schloss einen Aufzugskompromiss zu finden. Darüber und ob die Barrierefreiheit bei allen Wolfsburger Projekten „mitgedacht“ wird, wird Sache des nächsten Rates sein …

In seiner letzten Sitzung für die gerade zu Ende gegangene Ratsperiode hatten sich noch einmal (wir berichteten ausführlich) die Befürworter und Fürsprecher von nötigenfalls Veränderungen an historischen Gebäuden mit Gegnern von Eingriffen ins geschichtsträchtige Gemäuer gegenübergestanden.

Vertreter des Behindertenbeirates fordern seit langem Lösungen, bei denen man von Inklusion sprechen könne. Beim Fallersleber Schloss wurde auch nach einem Jahrzehnt der Diskussionen noch keine Lösung erzielt.

Selbstredend zählen Wasserburg, Schloss Wolfsburg und das Schloss in der Hoffmannstadt zu den denkmalgeschützten Gebäuden der Stadt, worauf Kritiker von Eingriffen am historischen Gewerk immer wieder hinweisen.

Man darf gespannt sein, wie zügig sich der neue Rat dem Thema Barrierefreiheit in Wolfsburg widmen wird.

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